Wer einen KI-Assistenten fragt, welcher Elektriker in der Nähe Zeit hat oder welche Agentur in Bremen Google Ads betreut, bekommt keine Liste mit zehn blauen Links. Er bekommt eine Antwort mit zwei oder drei Namen. Ob dein Unternehmen darunter ist, hängt stark davon ab, wie sauber deine Firmendaten im Netz stehen. Diese Checkliste zeigt dir, was du prüfen musst und warum.
Was NAP bedeutet und warum es um mehr als drei Felder geht
NAP ist die Abkürzung für Name, Address, Phone, also Firmenname, Adresse und Telefonnummer. Im Local SEO ist der Begriff seit Jahren gesetzt. Für KI-Assistenten reicht der Dreiklang allerdings nicht mehr. Sie lesen auch Website, Öffnungszeiten, Kategorie, Leistungen, Einzugsgebiet und Bewertungen mit. In dieser Checkliste meinen wir mit NAP deshalb alle Stammdaten, die dein Unternehmen eindeutig beschreiben.
Warum alle Daten übereinstimmen müssen
Google belohnt vollständige und korrekte Angaben. Google sagt selbst, dass Unternehmen mit vollständigen und genauen Informationen eher in lokalen Suchergebnissen erscheinen. Lokale Ergebnisse hängen laut Google vor allem an Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Dabei verlässt sich Google nicht nur auf dein Profil: Es kombiniert Angaben von deiner Website, lizenzierte Daten von Drittanbietern und Hinweise von Nutzern. Widerspricht deine Website deinem Profil, hat Google zwei Versionen und entscheidet selbst, welche stimmt.
KI-Assistenten gleichen Quellen ab. Ein Sprachmodell weiß deine Telefonnummer nicht auswendig. Für aktuelle, lokale Fragen sucht es im Netz, liest mehrere Quellen und fasst sie zu einer Antwort zusammen. Findet es überall dieselben Daten, kann es dein Unternehmen eindeutig zuordnen. Findet es drei Adressen oder zwei Firmennamen, ist die Zuordnung unsicher. Unsere Einschätzung aus der Praxis: Dann wird eher ein Wettbewerber mit eindeutigen Daten genannt, oder die KI gibt die falsche Angabe weiter. Wie stark die einzelnen Anbieter Widersprüche gewichten, legen sie nicht offen.
Menschen prüfen nach. Laut der BrightLocal-Umfrage 2026 unter US-Verbrauchern sind KI-Tools wie ChatGPT inzwischen die dritthäufigste Quelle für lokale Empfehlungen, hinter Google und Facebook. Wer eine Empfehlung bekommt, ruft an oder fährt hin. Eine veraltete Nummer oder falsche Öffnungszeiten kosten in diesem Moment den Auftrag, egal wie gut die Empfehlung war.
Falsche Daten können das Google-Profil gefährden. Google verlangt, dass der Name im Profil dem echten Firmennamen entspricht, wie er auf Schild, Website und Briefpapier steht. Zusätze wie Leistungen, Orte oder Werbesprüche im Namen sind nicht erlaubt und können zur Sperrung führen.
Welche Daten KI-Assistenten lesen und woher sie stammen
Jeder Assistent hat eigene Datenquellen. Deshalb reicht es nicht, nur das Google-Profil zu pflegen. Die Tabelle zeigt, was die Anbieter selbst oder seriöse Fachquellen dazu sagen (Stand Oktober 2026).
| Assistent | Wichtigste Quellen für Firmendaten | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Gemini, Google AI Mode, AI Overviews | Google-Unternehmensprofil und Google Maps, dazu Websites aus der Google-Suche | Google-Profil vollständig und aktuell halten |
| ChatGPT | Websuche über Drittanbieter, laut OpenAI unter anderem Bing; Firmeneinträge von nicht näher genannten Partnern; seit 2026 lizenzierte Yelp-Daten | Website, Bing Places und Verzeichnisse pflegen |
| Microsoft Copilot | Bing-Suche und Bing Places, das Microsoft-Gegenstück zum Google-Profil | Eintrag in Bing Places beanspruchen |
| Perplexity | Live-Websuche, dazu Integrationen von Yelp und Tripadvisor | Website und Bewertungsportale aktuell halten |
| Siri, Apple Karten | Apple Business Connect: Die Daten erscheinen in Karten, Siri, Nachrichten und Wallet | Eintrag in Apple Business Connect beanspruchen |
Was ausgelesen wird: Firmenname, Adresse, Telefonnummer, Website, Öffnungszeiten, Kategorie, Leistungen, Einzugsgebiet, Bewertungen samt Antworten, Fotos und Beschreibung. Auch strukturierte Daten auf deiner Website (Schema.org, etwa LocalBusiness oder Organization) geben der KI die Fakten in maschinenlesbarer Form.
Wie die Daten verarbeitet werden: Bei einer lokalen Frage sucht der Assistent passende Quellen, zieht daraus die Fakten und formuliert eine Antwort mit wenigen Empfehlungen. Eine US-Auswertung von 800 lokalen ChatGPT-Suchen (Ende 2024) zeigt, woher die Quellen kamen: 58 % Unternehmenswebsites, 27 % Erwähnungen auf anderen Seiten, 15 % Verzeichnisse. Deine eigene Website ist also die wichtigste Quelle und muss zu allen anderen passen.
Wichtig: Die Anbieter ändern ihre Datenpartner laufend, und OpenAI nennt nicht alle. Die Tabelle ist eine Momentaufnahme, keine vollständige Liste. Wer überall dieselben Daten pflegt, muss nicht wissen, welche Quelle gerade gewinnt.
Die NAP-Checkliste in 6 Schritten
1. Stammdaten einmal verbindlich festlegen
Leg ein kurzes Stammdatenblatt an. Jede Plattform wird danach nur noch aus diesem Blatt befüllt, nie aus dem Gedächtnis.
- Firmenname genau so, wie er auf Schild, Briefpapier und Website steht, ohne Ortsnamen, Leistungen oder Werbesprüche
- Rechtsform (GmbH, e.K.) nur, wenn du sie überall im Namen führst
- Adresse in genau einer Schreibweise: „Straße“ oder „Str.“, zusammen oder getrennt, mit oder ohne Hausnummernzusatz
- Eine Haupttelefonnummer in einem Format, zum Beispiel „0421 12 34 56“
- Website-Adresse in einer Form (mit https, mit oder ohne www); bei mehreren Standorten die passende Standortseite
- E-Mail-Adresse, Öffnungszeiten, Hauptkategorie, Leistungen, Einzugsgebiet
2. Eigene Website als verlässliche Quelle
- Impressum, Kontaktseite, Footer und Standortseiten zeigen exakt die Stammdaten
- Strukturierte Daten (Schema.org
LocalBusinessoderOrganization) mit denselben Angaben, Öffnungszeiten undsameAs-Links auf deine Profile - Öffnungszeiten im Schema passen zu den echten Zeiten
- Telefonnummer als anklickbarer Link
3. Die großen Profile beanspruchen und angleichen
- Google-Unternehmensprofil: Name, Adresse oder Einzugsgebiet, Telefon, Website, Kategorie, Leistungen, Beschreibung
- Bing Places (Import aus Google möglich, danach prüfen)
- Apple Business Connect
- Facebook, Instagram, LinkedIn-Unternehmensseite
4. Verzeichnisse und Bewertungsportale
- Allgemeine Verzeichnisse wie Gelbe Seiten, Das Örtliche und 11880
- Branchen- und Kammerverzeichnisse, Verbände, regionale Wirtschaftsportale
- Bewertungsportale, die für deine Branche zählen (zum Beispiel Yelp, Tripadvisor, ProvenExpert)
5. Altlasten aufräumen
- Doppelte Einträge zusammenführen oder löschen lassen
- Alte Adressen nach Umzug und alte Telefonnummern korrigieren
- Geschlossene Standorte als geschlossen markieren
- Einträge mit Tracking- oder Callcenter-Nummern prüfen
6. Aktuell halten und testen
- Feiertags- und Sonderöffnungszeiten vorab eintragen
- Neue Leistungen, Fotos und Bewertungsantworten regelmäßig einpflegen
- Einmal pro Quartal alle Einträge gegen das Stammdatenblatt prüfen
- ChatGPT, Gemini und Copilot nach Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten fragen und die genannten Quellen ansehen
„Fleißarbeit, die sich auszahlt. Innerhalb von kürzester Zeit konnten wir bei diversen Kundenprojekten eine lokale organische Sichtbarkeit feststellen.“
Timo Bahr, TIBA CREATIVE
Beide Checklisten als PDF
Häufige Fehler aus der Praxis
| Fehler | Warum er schadet | So geht es richtig |
|---|---|---|
| Ortsname oder Leistung im Firmennamen („Mustermann GmbH – Elektriker Bremen“) | Verstoß gegen Googles Richtlinien, Sperrrisiko für das Profil | Nur der echte Firmenname, Ort und Leistung in die passenden Felder |
| Straßenname mal zusammen, mal getrennt geschrieben | Zwei Schreibweisen wirken wie zwei Adressen | Eine Schreibweise festlegen, am besten wie in Google Maps |
| Alte Nummer nach Wechsel des Telefonanbieters in Verzeichnissen | KI und Kunden wählen ins Leere | Alle Einträge mit dem Stammdatenblatt abgleichen |
| Öffnungszeiten auf der Website anders als im Profil | Der Assistent weiß nicht, welche Angabe stimmt | Zeiten an einer Stelle ändern und überall nachziehen |
| Doppelte Profile nach Umzug | Bewertungen und Signale verteilen sich auf zwei Einträge | Alten Eintrag schließen oder zusammenführen lassen |
Mehrere Standorte
Jeder Standort mit eigener Adresse bekommt eine eigene Seite auf deiner Website und ein eigenes Profil. Der Firmenname bleibt an allen Standorten gleich, so verlangt es auch Google für Filialen. Adresse, Telefonnummer und Website-Link zeigen dagegen jeweils auf den Standort. Eine reine Postadresse oder ein virtuelles Büro ist laut Google nicht für ein eigenes Profil zugelassen.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich meine NAP-Daten prüfen?
Einmal pro Quartal und zusätzlich bei jeder Änderung: Umzug, neue Nummer, neue Öffnungszeiten, neuer Standort.
Reicht ein gepflegtes Google-Profil für ChatGPT?
Nein. ChatGPT nutzt eigene Suchpartner und lizenzierte Daten, Copilot greift auf Bing zurück. Deine Website und Einträge wie Bing Places und Apple Business Connect zählen deshalb mit.
Kann ich meine Daten direkt bei ChatGPT eintragen?
Nein, ein Eintragsformular wie bei Google gibt es nicht. Du beeinflusst die Antwort über die Quellen, die ChatGPT liest: Website, Profile und Verzeichnisse.
Muss ich in jedem Verzeichnis stehen?
Nein. Wichtiger als viele Einträge sind korrekte Einträge in den Quellen, die für deine Branche und Region zählen. Ein falscher Eintrag schadet mehr, als ein fehlender nützt.
Fazit
KI-Assistenten empfehlen Unternehmen, deren Daten sie zweifelsfrei zuordnen können. Ein Stammdatenblatt, eine saubere Website und abgeglichene Profile sind dafür die Grundlage, bevor Inhalte, Bewertungen oder Werbung ihre Wirkung entfalten können. Wenn du das nicht selbst abarbeiten willst: Bei Local SEO gleichen wir deine Einträge ab, unter KI-Sichtbarkeit prüfen wir, wie ChatGPT und Co. dein Unternehmen heute beschreiben.


