ChatGPT Ads

Creative Enhancements bei ChatGPT Ads: Was sie verändern und wie du sie abschaltest

Von Timo Bahr · Veröffentlicht am · Fachlich geprüft am 30.10.2026

Kurz gesagt

Seit Ende Oktober 2026 sind bei ChatGPT Ads die „Creative Enhancements“ für Self-Serve-Kampagnen standardmäßig eingeschaltet. ChatGPT kann dann Überschrift und Beschreibung an das Gespräch anpassen, Texte übersetzen, Bilder anpassen und Nutzer auf eine andere Seite deiner Website schicken, ohne dass du jede Variante freigibst. Abschalten kannst du die Funktion im Ads Manager unter „Manage settings“ für das ganze Konto oder für einzelne Kampagnen.

Bisher lief in ChatGPT genau die Anzeige, die du angelegt hast. Seit Ende Oktober 2026 ist das anders: OpenAI hat für Self-Serve-Kampagnen die sogenannten Creative Enhancements eingeschaltet, und zwar standardmäßig für neue und bestehende Kampagnen. ChatGPT darf deine Anzeige dann an das jeweilige Gespräch anpassen. Was dabei passiert, wo der Nutzen liegt, wo die Risiken liegen und wie du die Funktion abschaltest, steht in diesem Beitrag.

Was Creative Enhancements verändern

OpenAI nutzt deine bestehende Anzeige, den Inhalt deiner Landingpage und den Kontext des Gesprächs als Rohmaterial. Daraus kann ChatGPT eine angepasste Fassung bauen. Möglich sind vier Arten von Änderungen:

  • Überschrift und Beschreibung: neue oder umformulierte Texte, passend zur Frage des Nutzers
  • Sprache: Übersetzung der Anzeigentexte in die Sprache des Nutzers
  • Bilder: Anpassung an das jeweilige Anzeigenformat
  • Zielseite: statt der angegebenen URL eine andere, passendere Seite deiner Website

Eine Vorschau oder Freigabe für jede einzelne Variante gibt es nicht. Du siehst also nicht vorab, mit welchem Wortlaut deine Marke gerade in ChatGPT auftritt.

Wo der Nutzen liegt

Eine Anzeige, die zur konkreten Frage passt, wird eher angeklickt. Statt viele Textvarianten selbst zu schreiben, übernimmt das System die Anpassung. Bei Angeboten mit vielen Anwendungsfällen oder einem großen Sortiment kann das helfen. Das gleiche Prinzip kennst du aus Google Ads, dort heißt es Textanpassung in AI Max und muss bewusst eingeschaltet werden.

Wo die Risiken liegen

  • Keine Freigabe pro Variante: Texte laufen, die niemand bei dir gelesen hat.
  • Andere Zielseite: Landet jemand auf einer anderen Seite als geplant, passen Angebot, Formular oder Messung womöglich nicht mehr.
  • Übersetzungen: Wer nur auf Deutsch berät oder liefert, bekommt eventuell Klicks, aus denen kein Auftrag werden kann.
  • Alte Inhalte auf der Landingpage: Ein abgelaufener Preis oder eine beendete Aktion kann so in einer Anzeige landen. OpenAI rät selbst, Anzeigen und Landingpages aktuell zu halten.
  • Wirkung schwer messbar: Welche Fassung bei welchem Klick lief, lässt sich im Bericht nicht sauber trennen.
  • Branchen mit Vorgaben: Wer bei Werbeaussagen rechtliche Regeln beachten muss, sollte keine ungeprüften Texte ausspielen.

So schaltest du Creative Enhancements ab

Die Einstellung liegt im OpenAI Ads Manager unter „Manage settings“. Dort legst du fest, was für das ganze Konto gilt. Zusätzlich lässt sich die Funktion für jede Kampagne einzeln ein- oder ausschalten, und die Kampagneneinstellung hat Vorrang vor der Kontoeinstellung. Wer schon vorher abgeschaltet hatte, bleibt laut OpenAI abgeschaltet.

Daraus ergibt sich ein sauberer Weg: Konto auf „aus“ stellen und nur in einer einzelnen Kampagne testen, am besten mit einer vergleichbaren Kampagne ohne Enhancements daneben.

So gehen wir bei TIBA CREATIVE vor

  1. Abgeschaltet: In allen ChatGPT-Ads-Konten, die wir betreuen, ist die Funktion aus.
  2. Gezielt testen: Nach Absprache schalten wir sie für einzelne Kampagnen ein, mit einer Vergleichskampagne ohne Enhancements.
  3. Landingpages vorbereiten: Vor einem Test prüfen wir Preise, Aktionen und Aussagen auf allen Seiten, aus denen ChatGPT Texte ableiten oder auf die es Nutzer schicken könnte.
  4. Freigabe bleibt bei dir: Ob ein Test läuft, entscheidest du.

Checkliste: Was du jetzt prüfen solltest

  • Im Ads Manager unter „Manage settings“ die Kontoeinstellung prüfen
  • Entscheiden: abschalten, laufen lassen oder einzelne Kampagnen testen
  • Die Einstellungen der einzelnen Kampagnen prüfen, denn sie gehen vor
  • Kampagnen ansehen, die seit Ende Oktober mit eingeschalteter Funktion gelaufen sind
  • Landingpages auf aktuelle Preise, Aktionen und Aussagen prüfen
  • Bei Tests einen Vergleichszeitraum oder eine Vergleichskampagne festlegen

Was OpenAI sonst Ende Oktober geändert hat

Mit derselben Ankündigung kamen weitere Neuerungen: ChatGPT Ads laufen jetzt in 89 Ländern, Anzeigen mit vier bis sechs quadratischen Bildern sind für alle Werbetreibenden in der offenen Beta, die Shopify-Anbindung gibt es in allen ChatGPT-Ads-Ländern, und am Rechner wird eine breitere Standardanzeige ausgerollt. Den aktuellen Stand fassen wir auf unserer Seite zu ChatGPT Ads zusammen. Wie sich der Kanal von Google unterscheidet, steht im Beitrag ChatGPT Ads vs. Google Ads, was er kostet, in Was kosten ChatGPT Ads?

Timo Bahr
Über den Autor

Timo Bahr

Inhaber und Geschäftsführer, TIBA CREATIVE GmbH

Timo Bahr ist Inhaber und Geschäftsführer der TIBA CREATIVE GmbH. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er mit dem Internet selbstständig. Heute verantwortet er Strategie und Beratung für Performance-Marketing-Kampagnen auf Google, Meta, LinkedIn und in ChatGPT sowie die KI-Sichtbarkeit (GEO) von Kundenmarken.

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